Mrz
16
  • Autor:
    Olav Schettler
  • Kategorie:
    On Tour

Chefkoch sponsort das Bonner BarCamp 2017

Am Freitag und Samstag (10. und 11. März 2017) fand das dritte Bonner Barcamp (#bcbn17 auf Twitter) statt. Gastgeber war in diesem Jahr die Deutsche Post. Chefkoch sponsorte die Veranstaltung. Immerhin sind wir ein großer Arbeitgeber in Bonn und haben ja auch nur einen (kräftigen) Steinwurf vom Post-Tower entfernt unser wunderschönes Büro. Und weil die Post eben diesen hohen Turm mitten im Grünen bewohnt, gehörte auch ein Ausflug in die dreißigste Etage und ein samstag-nachmittäglicher Spaziergang in der Rheinaue zum Programm.

Der Bonner Bogen vom Posttower aus gesehen

Die drei Organisatoren Karin Krubeck, Johannes Mirus und Sascha Foerster waren in diesem Jahr dem Wunsch der Teilnehmer der vergangenen Jahre gefolgt und hatten das Barcamp auf zwei Tage aufgestockt. Stoff genug gab es problemlos auch für diese beiden Tage. Der Freitag stand unter dem Motto Mobilität, der Samstag war ein klassisches, themenoffenes Barcamp. Barcamp, das ist dieses Konferenzformat, bei dem der Veranstalter keine Agenda festlegt, sondern nur den Rahmen organisiert. Die Beiträge kommen komplett von den Teilnehmern.

Nachdem es am Freitag bei der Vorstellung der Themen noch recht gesittet zuging, merkte man am Samstag morgen, dass doch einige Barcamp-Profis anwesend waren. Noch bevor Johannes und Sascha den Modus erklärt hatten, standen die Themenanbieter schon in einer langen Schlange, um die besten Slots zu erhaschen. Na gut, es gibt immer eine Menge Selbstvermarktung von Digitalberatern jeder Spielart bei solchen Veranstaltungen. Am Ende kam aber an beiden Tagen ein superinteressantes und vielseitiges Programm heraus – Hut ab vor der Vielfalt und dem Drive in unserer Stadt!

Meine Sessions vom Freitag

Meine erste Session war die von Christina Pakusch zu Szenarien / Vernetzung in der Zukunft. Christina forscht am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Campus Sankt Augustin zu diesem Thema. In der Diskussion setze sich die Pflicht des Staates zur Daseinsvorsorge fest. Im öffentlichen Diskurs über Mobilität fehle das Gesamtkonzept. Dann fiel noch der Filmtipp zu Democracy von David Bernet. Der liegt aktuell noch in der Arte-Mediathek.

In der zweiten Session ging es bei Monika & Achim Meurer um „Permanent mobil“. Die beiden sind seit 2015 nach einer Reise nach Jordanien auf der Walz und leben dabei von Schreiben & Fotographieren. Spannend war, dass sie zu Beginn ihrer Reise tatsächlich, allerdings nicht ganz freiwillig, wirklich all ihr Eigentum einschliesslich Erinnerungsstücke abgegeben oder verloren haben. Es gab ein paar interessante Einblicke in e-Residency in Estland, Krankenkasse in Luxemburg und den Mangel an WLAN und Waschmaschinen in deutschen Hotels.

Im nächsten Slot habe ich mir Frank Riedls luftdaten.info angeschaut. Dabei geht es um Feinstaubmessung mit einem ESP8266. Nachbauenswert!

Zum Abschluss lieferte Kollege Hendrik einen schönen Slot zur Frage, ob uns Lieferdienste unmobil machen. In der Diskussion kamen wir schnell auf die Erkenntnis, dass es offensichtlich zwei Klassen von Lieferdiensten gibt: Den Lebensmitteleinzelhandel, der gerade seine ersten Schritte in der Heimbelieferung startet und die klassischen (Pizza-)Bringdienste. Hendriks Frage wurde natürlich nicht abschliessend beantwortet.

Chefkoch ist stolzer Sponsor des Barcamps

Hendrik legt das Session-Thema vor

Das Chefkoch-Bingo zur Session

Der Samstag

Meine erste Session am Samstag „Klischeefalle Tech-Startup – Frauen allein unter Männern“ war schon gleich superspannend. Katrin Reuter berichtete über ihre Erfahrungen als Gründerin eines Tech-Startups. In der angeregten Diskussion zeigte sich, dass die vorherrschende Auffassung, geschlechterspezifische Berufsbilder seien auf dem Rückzug, leider überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht. Männer nehmen immer noch weniger Erziehungsurlaub als Frauen, Frauen sind immer noch massiv unterrepräsentiert bei Gründern, in Führungspositionen und in technischen Jobs.

Mein Töchterchen wird diese Impulse wieder ausbaden müssen: Heute war mein Calliope Mini in der Post, die Tage lege ich noch einen Gamebuino zum selber Programmieren nach.

In der nächsten Session ging es bei Joachim Seuling um „Hören-Verstehen – Betrifft mich das?“ Er ist beidseitig ertaubt, kann aber unterstützt durch Technik dennoch hören und konnte eine Menge spannender Fakten über Raumakkustik und Kommunikationsverhalten vermitteln. Schon der Hinweis auf die beiden Bedeutungen von Verstehen macht nachdenklich.

Im nächsten Slot nahm ich an einem Spaziergang durch die Rheinauen zum Thema Vernetzung teil. Ich habe dabei einiges über Crowdfunding und speziell das Projekt Melodiy von Melanie Olbrich gelernt.

Im 16-Uhr-Slot hatte ich dann eine eigene Session zum Thema Persönliches Wissensmanagement. „Eigentlich“ hatte ich vor, mit den Teilnehmern eine Installation meines kleinen Wissensmanagement-Systems bei Uberspace zu machen. In der Session davor ging es um die Tatsache, dass heute immer weniger Leute einen Notebook benutzen. Da ahnte ich schon, dass aus meinem Vorhaben wohl nichts werden würde. Der Raum war mit ~20 Teilnehmern gut besucht. Es waren aber nur drei Rechner anwesend. Also musste ich improvisieren. Ich bin mein Evernote-Setup durchgegangen, habe einige Alternativen zu Evernote vorgestellt, meine Wünsche an eine optimale Wissensbasis aufgelistet und dann eine schnelle Demo von Knowfox gegeben.

Insgesamt war das Barcamp für mich und wohl auch für die Veranstalter allemal den Aufwand wert. Viele neue Eindrücke und Impulse, jede Menge interessante Gespräche und nette Kontakte. In der Abschluss-Session wurde dann auch direkt das Bonner Barcamp 2018 in der Hochschule Bonn Rhein Sieg angekündigt. Beim Thementag soll es dann um das Thema Bildung gehen. Mensch, da fällt mir auf Anhieb eine Menge zu ein!

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Olav Schettler

Promovierter Informatiker, IT-Leiter bis Agenturchef, jetzt Produktmanager bei Chefkoch.de, Vater von drei Kindern und engagierter Verfechter der kreativen Nutzung des Internets jenseits von Silos.

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