Jan
28

Valentinsmenü Workshop vom Event Team bei Chefkoch

Was mache ich als „Agile Coach“ am Wochenende? Ich koche. Leidenschaftlich gern.

Dieses Wochenende war dabei etwas Besonderes, da ich bei der Prozessbegleitung des Eventteams hier bei Chefkoch.de auf einen interessanten Workshop aufmerksam wurde.

Fuereinander_kochen

Kurzerhand hatten meine Frau und ich uns entschieden, zwei der Restplätze zu buchen und freuten uns auf diesen Samstag. Wir waren zwar etwas skeptisch, ob wir die Gerichte schaffen würden und ob wir auch satt genug nach Hause kommen, aber das war letztlich dank der perfekten Organisation und dem Eventprofi Manfred Kuscher (auch bekannt als Gwexhauskoch) überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, weder die Gerichte waren zu kompliziert noch die Menge zu wenig. Wir hatten richtig viel Spaß, standen den ganzen Tag unter angenehmen Dampf und wurden richtig lecker satt.

Kochen ist wie Scrum

Ich hatte im Dezember bereits erste Erfahrung damit gemacht, selbst ein Scrum-Koch-Event durchzuführen, da war ich gespannt darauf, wie die dies Profis machen. Damit nutzte ich das private Vergnügen, mir weitere Inspirationen nicht nur zum Kochen zu holen und war überrascht wie viel Ähnlichkeit dieser Workshop mit unserem agilen Scrum-Koch-Workshop hatte.

Angefangen hatten wir mit der Planungsrunde, in dem Manfred Kuscher uns die Rezepte in einem „Refinement“ vorgestellt hat und schon mal auf die Stolperfallen und Feinheiten hingewiesen hatte.Valentinsmenue Workshop vom Event Team bei Chefkoch

Nachdem wir die Gerichte soweit durchgesprochen hatten wurden die Verantwortlichen für jeden Gang gesucht, also quasi den „Scrum Master“ für jede Iteration, der die Prozesse abstimmt. Manfred Kuscher nahm während der Zubereitung immer wieder die Gerichte ab und hat auch Anforderungen während des Kochens umgestellt, wenn wir auf Hindernisse oder Missgeschicke gestoßen waren. Im Scrum ist diese Rolle der „Product Owner“.

Während wir unsere Vorbereitungen trafen, gab es auch schon die Zeitvorgabe. Sobald der erste Gang fertig war, sollte alle 30 Minuten später der nächste Gang in der richtigen Temperatur serviert und gegessen werden. Auch hier sind wir in Scrum in Iterationen unterwegs mit anschließendem Review.

Das 10-Gänge-Valentinsmenü

Ich begann also meinen Gang („User Story“) Liebstöckel-Eis auf karamellisierten Radicchio in Aufgaben („Tasks“) aufzubrechen und hangelte mich an dem ausgehändigten Rezept entlang. Schnell wurde mir klar, dass ich damit nicht in 30 Minuten fertig werden würde, da das Eis selber ja mindestens eine Stunde in der Eismaschine rühren muss und auch vorher noch so ein paar Sachen zu tun waren.

Überraschend schnell kam demnach der erste Gang mit den Pecorino-Sables, die hervorragend luftig und würzig schmeckten. Dazu den Aperitif, alles bestens, jedoch war dies der Startschuss für den bis dahin eher ruhigen Vormittag.

Alle fingen an emsig zu schneiden, hacken, rühren und kochen. Für mich ging es mit den Eiern los, die getrennt und mit Zucker aufgeschlagen werden wollten. Dann gleich noch den Liebstöckel feingehackt und der zweite Gang wurde serviert.

Sehr leckere Garnelen-Bällchen mit Birnen-Kardamon-Chutney, sowie das Avocado-Ananas-Tartar.

Nach diesem leckeren Gang folgte das Zusammenrühren der Sahne mit Milch und dem Liebstöckel. Da der Herd eh schon seine Tücken hatte, war das Aufkochen mangels Platz nicht sofort möglich, andere Gerichte hatten Vorrang. Die Tücken des Herdes machten das nicht einfacher. Zu diesem Zeitpunkt brauchte der Sellerie-Velute Gang Unterstützung und ich sprang ein um die Sauerteig-Rinden-Brösel zu zerkleinern.

Aber auch da unterbrach der nächste Gang die Zubereitung und wir genossen das 7-Sachen-Wintersalätchen mit Zwetschgenbammes. Sehr lecker!
Reges Treiben
Nun simmerte ich die Sahne-Milch mit Liebstöckel auf und schüttete dies mit Hilfe eines Teilnehmers in den Topf mit der Eimasse und lies dieses dann langsam unter Rühren die richtige Konsistenz annehmen. Dabei hat mir Manfred Kuscher wieder seine Kniffe preisgegeben. Mit einem Temperaturfühler haben wir die fast perfekte Temperatur von 70 Grad erreicht. „Zur Rose“, wenn die Masse schlieren zieht, hat es leider nicht ganz gereicht, aber für unsere Zwecke reichte dies allemal. Zum Erkalten der Masse stellte ich diese dann auf die Terrasse, um sie 30 Minuten abzukühlen.

Der nächste Gang startete, Sellerie-Velute mit Trüffel, Sauerteigrindenkrümel und Hollerknospen (eingelegte Grüne Holunderbeeren).

Nachdem ich nun den Vormittag in 2 Gerichten unterwegs war, hoffte ich auf einen ruhigeren Nachmittag, aber da die anderen Teilnehmer immer mal wieder Hände zu wenig hatten, habe ich gern mitgeholfen, wo Hilfe nötig war. Das Liebstöckeleis ging mit Mascarpone und Sahne in die Eismaschine, wo es die nächste Stunde zu einem cremigen Eis heruntergekühlt wurde.

Mit dem nächsten Gang Skrei an Rosenkohl-Creme, Topinambur und Forellenkaviar begannen die Hauptgänge.

Während das Rehfilet im Sous-vide gegart wurde, hat mein Eis die Maschinenbehandlung gut überstanden und wurde fachmännisch getestet und im Gefrierschrank zwischengelagert.

Der kurze Zwischengang, ein Apfel-Meerrettich-Shot spülte den Magen und die Nase frei.

Ein sehr guter alkoholfreier Magenbitter, der richtig gut wärmt und aufräumt. Aber Vorsicht bei der Herstellung, nicht in geschlossenen Räumen den Meerrettich entsaften, das geht ins Auge und die Nase. Die Küche ist dann einige Zeit keimfrei und kann nicht betreten werden 😉 Währenddessen habe ich die Unterlage, den Radicchio vorbereitet und die einzelnen Blätter gezupft.

Das Sous-vide gegarte Reh wurde in der Pfanne noch von allen Seiten scharf angebraten und serviert. Rehfilet mit Maroni Schupfnudeln und Spitzkohl, war die einhellige Meinung, dass es sehr gut schmeckte.

Um das Liebstöckeleis auf Radicchio perfekt zu servieren, habe ich den Radicchio in Butter, Zucker mit Essig und Pfeffer geschwenkt, bis die Blätter herrlich mellisiert waren.
Angerichtet wurde das karamellisierte Radicchioblatt mit einer Liebstöckel-Eiskugel und etwas Lakritzpulver. Die Süße des Eises, der Geschmack des Liebstöckels in Verbindung mit dem bitteren karamellisierten Radicchio, ein Träumchen.

Mittlerweile waren ja fast alle Gänge durchgekocht und während wir die Reste der vorherigen Gänge beseitigten und spülten wurde das Safran-Eis mit luftigen Pecanuss-Brownies vorbereitet.
Auch wenn wir schon sehr satt waren, die Nachspeise musste auf jeden Fall noch gegessen werden.

Zur vorgerückten Stunde, ganz im Zeitplan lagen wir nicht, wurde noch die Möglichkeit gegeben die Arbeitsräume von Chefkoch.de zu begehen. Hier wird nicht nur gekocht, hier werden nicht nur die leckeren Rezeptideen gehostet, sondern auch die weiteren Produktideen verwirklicht.Naschkatze

In der Abschlussrunde wurden dann noch die Himbeer- & Johannisbeer-Lakritz-Pralinen verköstigt und ein stimmiges Event fand sein fröhliches Ende.

Zufrieden und mit vielen Ideen sowie dem Naschkatzenbeutel gefüllt mit Give Aways gingen wir satt nach Hause.

Danke an Manfred Kuscher, Lakrids by Johan Bülow und dem Event Team für den schönen Tag!

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Leidenschaftlicher Hobbykoch.

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