Nov
16

Von Guter Heinrich, Spitzwegerich und anderen (Heil-)Kräutern

Heute möchte ich euch gerne von meiner ersten Kräuterwanderung berichten:

Bei Chefkoch.de gibt es die sehr aktive Gruppe „Gemeinsam kochen in NRW“. Nachdem ich mich im vergangenen Jahr bereits am Weihnachtswichteln der Gruppe beteiligt hatte, wolle ich nun auch endlich mal ein paar Leute aus der Gruppe im richtigen Leben kennenlernen. Einmal im Jahr organisiert Julia, die Gruppengründerin, eine Kräuterwanderung im Oberbergischen Land. Da ich mich schon immer für Kräuter interessiert habe, lag es nahe, dass ich mich anmelde.

Also machte ich mich an einem sonnigen Samstag auf den Weg nach Wiehl. Dort sollte unsere Kräuterwanderung starten. Wenn man, wie ich, aus einer Stadt kommt und man dauerhaften Internetempfang gewohnt ist, wird man in Wiehl plötzlich mit einer anderen Welt konfrontiert. Aber genau deshalb ist das der richtige Ort. Kräuter, Kräuterhexen, Knusperhäuschen – das alles passt nicht so wirklich in eine Großstadt. Daher war ich sehr froh, dass meine „kindliche Vorstellung“ so wunderbar erhalten blieb.

Ein verwunschener Garten

Zunächst ging es zu Ines Pack nach Hause in ihren Garten. Sie hat 2013 die Verantwortung für das Kräuterhaus in Wiehl von dem gelernten Drogisten Gerd Krey in die Hände gelegt bekommen. Gerd Krey eröffnete das Wiehler Kräuterhaus bereits vor über 30 Jahren und war sozusagen ein Meister seines Fachs. In Ines hat er eine würdige Nachfolgerin gefunden, die das Erbe mich Hochachtung und vor allem Wertschätzung und Liebe weiterführt.

Zurück zu Ines´ Garten: Also sowas habe ich noch nicht gesehen. In dem Garten wächst alles was man sich nur vorstellen kann. Von Baldrian über Schafgabe bis hin zur Zitronenmelisse – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Ines hat uns die einzelnen Pflanzen mit ihrer Heilwirkung ausführlich beschrieben. Wir durften riechen, fühlen und manchmal sogar auch probieren. Damit wir später auch unseren Wildkräutersnack zubereiten konnten, hat jeder ein Tütchen bekommen um die Kräuter mit ins Kräuterhaus nehmen zu können.

Kräuter wohin das Auge schaut

Unsere Körbe und Papiertütchen waren nun prall gefüllt mit herrlich duftenden Kräutern und so machten wir uns auf den Weg ins Kräuterhaus. Dieser Duft, wenn man den ersten Fuß in das kleine urige Haus setzt. Der kleine Ladenbereich ist voll bis unter die Decke mit Kräutern. Ob gegen Schlaflosigkeit, Unruhe, Schwangerschaftsbeschwerden – hier ist gegen jedes Wehwehchen ein Kraut gewachsen.

Im ersten Obergeschoss wurde liebevoll ein kleiner Raum zum Gedenken an Gerd Krey, der in diesem Jahr leider verstorben ist, errichtet. Neben vielen Originalen ist auch ein Bild mit seinem kleinen „Team“ zu finden. Schon damals hegte er eine große Liebe zu den Kräutern.

Gibt es noch Bowle?

Im hinteren Bereich des kleinen Hauses wurde eine Küche angebaut in der wir nun auch endlich brutzeln durften.

Die Aufgaben waren schnell verteilt und so standen in Windeseile viele verschiedene Schüsseln, Schalen und Teller auf dem Tisch. Jeder konnte sich so seine Sommerrolle nach eigenem Gusto zusammenstellen. Als Dip hatte Ines vorab bereits eine Koriandersauce hergestellt, die wirklich vorzüglich dazu passte. Als Getränk gab es treffenderweise eine Sommer-Kräuter-Bowle in die wir uns am liebsten alle reingelegt hätten – so lecker!

Ich konnte mir zwar die Namen der verschiedenen Kräuter nicht merken – geschweige denn deren Wirkung -, aber es war dennoch ein sehr schöner Tag und es wird auch nicht meine letzte Kräuterwanderung gewesen sein. Falls ihr mehr über das Kräuterhaus in Wiehl erfahren möchtet, dann schaut doch mal dort vorbei. Ein Besuch lohnt sich und Ines wird sich sicherlich freuen.

Jetzt mache ich mir erstmal einen Pfefferminztee (Mentha x piperita = riecht gut, schmeckt gut und hilft unter anderem bei leichten Erkältungsbeschwerden).

Alles Liebe,
Eure Isabel

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Isabel Wolf

Community Managerin bei chefkoch.de Hobbies: Kochen, backen, genießen und ja, ich fotografiere mein Essen, denn wie sagte bereits Johann Wolfgang von Goethe: "Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen."

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2 comments

  • Sehr interessant ! Ich benutze oftmals Girsch um meine Gelenkschmerzen zu bekämpfen. Das klappt wunderbar und kann ich nur jedem weiterempfehlen. Allerdings sollte man schon eine Hand voll nehmen 🙂

  • Eva und Dieter Koslwski -

    ·

    Interessant für alle Gärtner, die Giersch als Übel betrachten und ausreißen !
    Wie wenden sie Giersch an ?
    ROH, GEKOCHT, als Auflage oder Brei ?
    Und im Winter? Keine Gelenkschmerzen oder etwas Alternatives ?
    Fragen über Fragen.
    Mit freundlichem Gruß
    Dieter Koslowski

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